Urlaub in Capri

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Villa Jovis des Tiberius

Richtig berühmt geworden ist Capri im Altertum erst, nachdem Kaiser Tiberius auf der Insel seine Villen (angeblich waren es insgesamt zwölf) errichten ließ und von 26 n. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 37 das römische Weltreich von hier aus regierte. Die größte und prachtvollste war zweifellos die Villa Jovis (besser gesagt: eine Palastresidenz), elf Jahre lang Hauptwohnsitz des Kaisers.

Die gut begehbaren Ausgrabungen, die auf der steilen Ostspitze der Insel etwa 7000 m² Fläche umfassen, lassen die vergangene Pracht nur erahnen. Die Architektur des Palastes ist für heutige Besucher nicht so leicht nachvollziehbar. Auf mehreren Stockwerken waren Säle, Zimmer, Wandelgänge, Nebenräume und Terrassen untergebracht – mit einem Höhenunterschied von insgesamt 40 m. Heute sind noch gewaltige, hohe Mauerreste übrig geblieben, aber von den prunkvollen Marmorböden und Wandverkleidungen ist nichts mehr zu sehen, nachdem die Reste des Baus eine lange Zeit Plünderungen ausgeliefert waren. Rechts vom Eingang liegen die Thermen. Gut erhalten ist der quadratische Innenhof, in dem die großen Regenwasserzisternen ihren Platz hatten. Die etwas abseits gelegenen kaiserlichen Privatgemächer befanden sich ganz oben auf der Höhe des heutigen Vorplatzes einer Kapelle.

Zwischen der Villa und dem mit roten Ziegeln abgestützten Leuchtturm – von dem aus Rauch- und Lichtsignale die Kommunikation mit dem Festland sicherstellten – befindet sich der berüchtigte Abgrund Salto di Tiberio („Sprung des Tiberius“). Dort soll, den Gerüchten nach, der Herrscher unliebsame Gäste und Bedienstete aus fast 300 m Höhe hinab ins Meer gestürzt haben. Schwindelfreie steigen über die niedrige Mauer vor dem gesicherten Aussichtspunkt und blicken schaudernd in den steilen Abgrund hinunter (neuerdings wegen Erdrutschgefahr vorübergehend Sperrzone).